Die bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt GmbH anfallenden Prozessgase stammen aus dem Betrieb der beiden Hochöfen (Gichtgas) und der Konverteranlage (Konvertergas). Zur Verteilung der Prozessgase an verschiedene Nutzer sind auf dem Werksgelände umfangreiche Gasleitungsnetze installiert.

Verbraucher sind die Kraftwerkskessel und die Cowperanlagen. Im Winter werden Auftauhallen für die Bahntransporte betrieben. Die Prozessgasnetze werden vom Gasdispatcher in Abstimmung mit dem Kraft-werksleitstand gesteuert und überwacht.

Gichtgas wird in einem Scheibengasbehälter mit einem Volumen von 300 TNm³ gespeichert. Neben der stationären Reservehaltung und der Druckhaltung im Gichtgasnetz dient der Speicher auch zum Ausgleich von vorübergehenden Differenzen von Gichtgaserzeugung und Verbrauch. Das diskontinuierlich und mit schwankenden Zusammensetzungen anfallende Konvertergas wird in einem als Puffer funktionierenden  zweiten Scheibengasbehälter (90 TNm³) eingespeist und aus diesem weitgehend kontinuierlich entnommen.

Zur übergeordneten Erfassung, Darstellung, Überwachung und Prognose von Gaserzeugung,-verteilung und -verbrauch wurde ein Gasmanagement (GMS) entwickelt und installiert. Hierfür musste zunächst eine zentrale Erfassung von relevanten Betriebs- und Planungsdaten geschaffen werden. Zum einen wurden Messdaten der Erzeuger, Verbraucher und Netze vervollständigt und zusammengeführt. Weiterhin wurde eine Anbindung an das Produktionsplanungssystem (PPS) bei ArcelorMittal geschaffen, um möglichst viele PPS-Informationen (Anlagen- und Planungsdaten sowie Stillstands-informationen) für den Gasdispatcher in der Energiesteuerzentrale zugänglich zu machen. Die Mess- und Planungsdaten werden vom GMS zur Bilanzierung und Darstellung weiterverarbeitet. Neben der Darstellung von historischen Daten werden auch Prognosen für die Gaserzeugung und den Gasverbrauch erstellt.

Der historische Verlauf sowie die Erzeugungs- und Verbrauchsprognosen werden als Hilfsmittel zur Überwachung und Koordination des Gasnetzbetriebs durch den Gasdispatcher und für die vorausschauende Planung des Netzbetriebs genutzt.

Die detaillierte Datenerfassung und Datenaufbereitung im GMS ermöglicht auch eine systematische Auswertung der dynamischen Vorgänge in den Gasnetzen. Basierend auf den Ergebnissen dieser Auswertung werden weitere Maßnahmen zur Optimierung der Prozessgaswirtschaft erarbeitet und realisiert.

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